
Führen in der Krise: So geht gesunder Optimismus
Krisen gehören zum Geschäft wie schweres Wetter zur See. Aber was, wenn der Sturm länger dauert? 3 Impulse für starke Führung in der Krise.
Mathis: Das Klischee vom Anzugträger, der schon immer gewusst hat, dass er in die Beratung will. Der nur über den Job spricht und nicht nach links und rechts schaut.
Ich habe den Bachelor in Wirtschaftswissenschaften an der Uni Konstanz gemacht und anschließend einen sogenannten Double-Degree Master, bei dem die University of Essex und die Uni Konstanz kooperieren. Besonders spannend fand ich immer analytische und strategische Fragen, hatte aber erst nicht den Consultingberuf als Ziel. Das hat sich in meiner Zeit als Werkstudent entwickelt, in einem Energienetz-Unternehmen. Dabei bin ich mit Projektarbeit in Berührung gekommen und fand das spannend, wie man im Team eine große Menge Aufgaben so koordiniert, dass man alles im vorgegebenen Timing schafft.
Mathis im Londoner Szeneviertel Soho. Während seiner Zeit an der University of Essex war es für ihn nur ein Katzensprung in die britische Metropole.
Ein Freund von mir hat hier schon gearbeitet und mir von seiner Arbeit erzählt. Das hat sich interessant angehört, und ich wusste auch genau, was mich erwartet. So bin ich zu grosse-hornke gekommen.
Die Vielfalt. Ich habe Einblick in unterschiedliche Themenbereiche. Jahrelang dasselbe zu tun, kann ich mir nicht vorstellen. Und wie gesagt mag ich die Herausforderung in Projekten: Schritte festlegen, mit den Stakeholdern kommunizieren, Prozesse steuern, von der Planung bis zum Abschluss.
Zurzeit sind wir in einem IT-Projekt im Finanzsektor unterwegs. Wir optimieren für den Kunden das Identity and Access Management, kurz IAM. Einfach gesagt geht es darum, welche Personen welche Zugriffsrechte auf bestimmte Systeme erhalten. Meine Aufgabe ist, mit verschiedenen Organisationseinheiten Berechtigungskonzepte zu erarbeiten und sicherzustellen, dass alle Maßnahmen umgesetzt werden. Beteiligt sind hunderte Organisationseinheiten – eine große Herausforderung.
Ich sehe großes Potenzial für KI, besonders in der IT-Sicherheit und Prozessautomatisierung. Gerade bei manuellen Aufgaben, die heute noch viel Zeit kosten, kann KI unterstützen. Aktuell wird in meinem Projekt noch nicht damit gearbeitet, aber ich denke, dass sich das in Zukunft ändern wird.
Fußballmanager. Viele wollen ja Spieler werden, ich wollte lieber die Fäden im Hintergrund ziehen – Transfers und Strategie.
Nein, aber ich bin ein großer VfB-Stuttgart-Fan und gehe oft ins Stadion. Selbst mache ich lieber anderen Sport. Früher war es Basketball, heute ist es Thaiboxen. Mir gefällt am Thaiboxen, dass es körperlich und mental sehr fordernd ist. Wenn du im Ring stehst, kannst du an nichts anderes denken, du musst dich zu 100 Prozent fokussieren.
In der Beratung lernt man viel, aber nur, wenn man bereit ist, zuzuhören und Feedback anzunehmen. Und es ist wichtig, in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu behalten. Wenn der Druck steigt, musst du die Aufgaben richtig priorisieren und lieber mal eine Sache auf eine ruhige Minute verschieben, als zwischen Tür und Angel einen unnötigen Fehler zu machen.
Mathis 2022 in Vorarlberg auf dem Berg Kanisfluh.
Ich lese gern Romane, in denen man in das Leben der Figuren eintaucht. Ich finde, man kann daraus Erkenntnisse für das eigene Leben ziehen. Zum Beispiel kann ich „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells sehr empfehlen.
Krisen gehören zum Geschäft wie schweres Wetter zur See. Aber was, wenn der Sturm länger dauert? 3 Impulse für starke Führung in der Krise.
Er vermittelte Zuversicht in verzweifelter Lage: Der britische Polarforscher Ernest Shackleton überstand mit seinem Team einen zweijährigen Überlebenskampf im Südpolarmeer. Was können Führungskräfte in Krisenzeiten von ihm lernen?
Silke Grosse-Hornke war zu Gast bei „Turned around“, dem Podcast für Transformation und Turnaround-Management. Thema: Dynamic Shared Ownership, kurz DSO. Wird traditionelle Führung dadurch zum Auslaufmodell?
2021 Grosse-Hornke Private Consult