
Führen in der Krise: So geht gesunder Optimismus
Krisen gehören zum Geschäft wie schweres Wetter zur See. Aber was, wenn der Sturm länger dauert? 3 Impulse für starke Führung in der Krise.
Wie verändert KI die Führung in Unternehmen? Darüber haben wir kürzlich bei der in_between Leadership-Konferenz gesprochen. In diesem Artikel sehen wir uns ein interessantes Anwendungsbeispiel näher an: Projektteams lassen sich mithilfe von KI optimal besetzen und vernetzen.
Führung und KI – eine Verbindung, die gemischte Gefühle weckt. Aus unternehmerischer Sicht überwiegen die positiven Erwartungen: Intelligente Systeme sollen Entscheidungen verbessern und zeitraubende Routinen übernehmen. Auf der anderen Seite kann es Mitarbeitende verunsichern, wenn ihre Vorgesetzten KI für interne Zwecke nutzen. „Werden wir damit unter Druck gesetzt?“ „Entscheidet bald ein Algorithmus darüber, wer befördert wird?“ Solche Fragen tauchen sicher auf, und sie sind auch nur verständlich.
Transparenz ist bei diesem Thema enorm wichtig: Interne Stakeholder müssen verstehen, wie das Unternehmen die Technologie konkret nutzt, welche Daten die KI verarbeitet, und was Führungskräfte mit den gewonnenen Informationen anfangen. Mit dem folgenden Anwendungsbeispiel zeigen wir, wie Unternehmen KI in der Führungspraxis einsetzen können – mit nachvollziehbarem Nutzen für alle Beteiligten. Wir betrachten dabei ein Verfahren, das auf einer Ähnlichkeitsanalyse basiert (dieses Prinzip haben wir hier auf einfache Art erklärt).
Worum geht es? Ein forschungsorientiertes Unternehmen nutzt eine intelligente Software, um sich einen Überblick über sein globales Projektportfolio zu verschaffen. Die F&E-Verantwortlichen rund um die Welt haben dafür Informationen in einer gemeinsamen Datenbank zur Verfügung gestellt. Eingeflossen sind tausende Vorhaben, sowohl laufende als auch abgeschlossene. Anhand dieses großen Datensatzes kann der Algorithmus unter anderem verwandte Projektthemen identifizieren. So lassen sich nicht nur mögliche Synergien finden, sondern auch Personen mit besonderer Expertise, die zum Beispiel mit mehreren thematisch ähnlichen Vorhaben verbunden sind. Mit der Zeit lässt sich außerdem nachvollziehen, was erfolgreiche Projekte kennzeichnet. Dieser Output der Analyse kann für unterschiedliche Führungsaufgaben nützlich sein. Etwa diese:
Smarte Produktion, Gentherapie, neue Recyclingverfahren: In internationalen Unternehmen arbeiten oft mehrere Teams an ähnlichen Innovationsthemen. Dank der KI können Projektverantwortliche sehr schnell herausfinden, wo bereits Erfahrungswerte vorliegen und die Teams miteinander vernetzen. Das ist viel einfacher und effektiver, als sich auf persönliche Kontakte zu verlassen oder intern zu recherchieren.
Was kennzeichnet Projekte, die pünktlich zum Abschluss kommen oder die besonders kosteneffizient arbeiten? Die Datenanalyse kann helfen, Muster zu erkennen, etwa in der Teamzusammensetzung. Mit Blick auf fachliches Knowhow, Berufsjahre, Sprachkenntnisse oder andere Merkmale lassen sich Teams für kommende Projekte gegebenenfalls noch besser aufstellen.
Nach einer Fusion kann die KI dazu beitragen, Gruppen mit ähnlichen Aufgaben in Kontakt zu bringen, um zu einer gemeinsamen Unternehmenskultur zu finden. Mitarbeitende aus verschiedenen Ursprungsunternehmen können sowohl voneinander lernen als auch Gemeinsamkeiten entdecken.
Diese Anwendungen verbindet, dass sie Führung nicht ersetzen. Sie unterstützen rationales Vorgehen und ermöglichen bessere Entscheidungen. Automatisierung ist hier weder das Ziel, noch wäre sie aus unserer Sicht vorstellbar, allein schon aus rechtlichen Gründen. Auch würde sie von den Mitarbeitenden kaum akzeptiert – mit der Folge, dass zum Beispiel Projektdaten nicht ordentlich gepflegt würden. Will das Unternehmen alle Beteiligten vom Nutzen der KI überzeugen und zum Mitmachen motivieren, muss es die Technologie mit Bedacht implementieren. Dazu gehört:
KI wird Führung verändern – in welchem Umfang, ist noch schwer einzuschätzen. Für die Studie „Business Leaders in the age of AI“ hat ein von Microsoft initiiertes Forschungsprojekt 800 Führungskräfte aus acht Ländern zu ihren Erwartungen befragt. Eine Mehrheit verspricht sich demnach von KI, dass sie mehr Freiraum für strategische Aufgaben, für Kommunikation und Teammotivation schafft. Indem Führungskräfte die richtigen Fragen stellen und ein gemeinsames Verständnis im Team schaffen, könnten Unternehmen von KI stark profitieren. Über diese Studie und eigene Erfahrungen haben Silke Grosse-Hornke und unser Kollege Patrick Knab kürzlich bei der in_between Webkonferenz diskutiert. Hier sehen Sie den Mitschnitt der Session:
Krisen gehören zum Geschäft wie schweres Wetter zur See. Aber was, wenn der Sturm länger dauert? 3 Impulse für starke Führung in der Krise.
Er vermittelte Zuversicht in verzweifelter Lage: Der britische Polarforscher Ernest Shackleton überstand mit seinem Team einen zweijährigen Überlebenskampf im Südpolarmeer. Was können Führungskräfte in Krisenzeiten von ihm lernen?
Silke Grosse-Hornke war zu Gast bei „Turned around“, dem Podcast für Transformation und Turnaround-Management. Thema: Dynamic Shared Ownership, kurz DSO. Wird traditionelle Führung dadurch zum Auslaufmodell?
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