
Führen in der Krise: So geht gesunder Optimismus
Krisen gehören zum Geschäft wie schweres Wetter zur See. Aber was, wenn der Sturm länger dauert? 3 Impulse für starke Führung in der Krise.
„No risk, no fun“ oder übertriebene Vorsicht? Die Risikokultur prägt die Art, wie umsichtig Führung und Mitarbeitende in Projekten handeln. So fördern Sie einen gesunden Umgang mit Projektrisiken.
Wird schon schiefgehen? Diesen naiven Optimismus können sich Großunternehmen in Projekten nicht leisten. Krisen-Szenarien wie das folgende sind gar nicht so selten:
Der Go-live eines IT-Systems verschiebt sich, nicht um Tage oder Wochen, sondern um etliche Monate. Grund ist ein Software-Update, das niemand auf dem Zettel hatte. Mehrere Projektteams können nicht weitermachen, und das Unternehmen sieht sich genötigt, Mitarbeitende entweder teuer zu „parken“ oder gehen zu lassen.
Wer möchte hier in der Haut der Verantwortlichen stecken?
Im besten Fall ist das Projektteam auf solche Szenarien vorbereitet. Risikomanagement gehört schließlich zu den Basics im Projektmanagement. Doch obwohl das in der Theorie kaum jemand anzweifelt, sieht es in der Praxis oft anders aus.
Mal werden Risiken schulterzuckend ignoriert, mal werden sie so penibel nachverfolgt, dass alles viel zu lange dauert. Beide Extreme gefährden den Erfolg des Projekts.
Welche Risikokultur finden Sie in Ihrem Projektumfeld vor? Und was können Sie im Projektmanagement unternehmen, damit alle Beteiligten mit den Risiken vernünftig umgehen?
Dazu haben wir hier die wesentlichen Dos and Don‘ts für Sie zusammengestellt.
Charakteristisch für die Risikokultur sind:
1. Risikoeinstellung: Wie empfinden Führung und Mitarbeitende Projektrisiken? Wie risikoaffin oder risikoavers sind sie eingestellt?
2. Gelebte Praxis: Wie gehen Führung und Mitarbeitende im Projektalltag ganz konkret mit Risiken um?
Die folgenden drei Kulturtypen begegnen uns in Projekten immer wieder. Selbstverständlich sind sie zugespitzt beschrieben und kommen in der Realität nie in Reinform vor. Und doch ist die Typisierung hilfreich, da das Projektmanagement je nach Umfeld sehr unterschiedlich funktioniert.
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Einfach machen und nicht lange diskutieren – das ist typisch für eine Aktions-Kultur. Projektbeteiligte nehmen Risiken in Kauf, um schnelle Ergebnisse zu erreichen. So starten viele Initiativen ohne strukturiertes Risiko-Assessment. Mit Problemen beschäftigt sich das Team meistens erst dann, wenn sie auftreten.
Die risikoaffine Haltung gilt als unternehmerisch. Und tatsächlich hat sie ihre Stärken: Sie fördert Kreativität und ein hohes Tempo. Auf der negativen Seite stehen relativ viele gescheiterte Projekte, die unter anderen Bedingungen vielleicht zu retten gewesen wären – oder die von Anfang an nicht die beste Idee waren.
Wie können Sie in einer Aktions-Kultur das positive Denken bewahren und gleichzeitig die Erfolgschancen von Projekten steigern?
In diesem Umfeld haben Projektbeteiligte ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Aus Sicht des Risikomanagements ist das ein Segen: Niemand stellt die Aufgabe an sich in Frage. Auf der anderen Seite können sich Entscheidungen und Prozesse viel zu lange hinziehen – so dass wichtige Vorhaben nicht richtig ins Laufen kommen oder auf Eis gelegt werden, sobald ein Weg nicht mehr sicher scheint.
Wie können Sie Hochsicherheits-Denken in Ihrem Risikomanagement berücksichtigen?
Hin und wieder kommt es vor, dass Projektbeteiligte und -Stakeholder der Verantwortung aus dem Weg gehen. Niemand will Energie auf das Risikomanagement verwenden. Hinweise auf Risiken werden zur Kenntnis genommen, aber eher kleingeredet oder ganz ignoriert.
Die eigenen Fortschritte präsentiert man gern in strahlendem Licht, selbst dann, wenn dieses Bild nicht der Realität entspricht. Kommt es zu Problemen, die sich nicht mehr verstecken lassen, sucht man zuerst die Schuld bei anderen oder in äußeren Umständen.
Ein schwieriges Umfeld für Ihr Projektmanagement. Was tun?
Kulturen lassen sich nicht von heute auf morgen verändern. Umso wichtiger ist es, sich im Projektmanagement anzupassen – damit die Kultur nicht zum eigenen Risiko für das Projekt wird.
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Silke Grosse-Hornke war zu Gast bei „Turned around“, dem Podcast für Transformation und Turnaround-Management. Thema: Dynamic Shared Ownership, kurz DSO. Wird traditionelle Führung dadurch zum Auslaufmodell?
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